Abwehrmechanismen bei Trauma
- paulbetschart63
- 17. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Erfahre in diesem Blogartikel wie wir fliehen, verdrängen und vermeiden und wie du diese Verhaltensmuster überwinden kannst.
Traumatische Erfahrungen führen oft dazu, dass Menschen innere Abwehrmechanismen und Fluchttendenzen entwickeln, um sich vor schwierigen Emotionen oder belastenden Situationen zu schützen. Diese Schutzmechanismen können jedoch langfristig das Leben einschränken und den Heilungsprozess erschweren, da sie verhindern, dass man sich dem zugrunde liegenden Schmerz stellt und ihn aufarbeitet.
Das Ziel ist, dir dieser Abwehrmechanismen bewusst zu werden und sie schrittweise abzubauen. So gelingt es dir, gesünder mit Emotionen und herausfordernden Situationen umzugehen und nach und nach mehr Kontrolle über dein eigenes Verhalten zu gewinnen. Dadurch kannst du die Schutzmechanismen und Selbstboykottprogramme loslassen und schaffst Raum für ein authentisches und befreiteres Leben.
Im Folgenden beschreibe ich die häufigsten Abwehr- und Fluchttendenzen und wie du sie überwinden kannst:
Flacher Atem oder Atem anhalten
Viele Menschen haben die Tendenz, flach zu atmen. Wenn das bei dir grundsätzlich auch der Fall ist, übe bewusst tieferes Atmen. Richtiges Atmen beginnt mit dem bewussten Einsatz von Brustkorb und Bauch, sodass der Atem tiefer und entspannter fließen kann.
Hier eine einfache Anleitung für tiefes, bewusstes Atmen:
Setze oder lege dich bequem hin. Achte darauf, dass dein Rücken gerade ist, sodass der Atem frei fließen kann.
Atme tief durch die Nase ein. Fühle dabei, wie sich zuerst dein Bauch sanft ausdehnt – als ob du einen Ballon in deinem Bauch aufblähst. Danach spürst du, wie sich dein Brustkorb hebt und weitet. Achte darauf, dass die Bewegung von unten nach oben geschieht: Der Bauch dehnt sich zuerst, dann der Brustkorb.
Atme langsam und kontrolliert durch den Mund aus. Lasse dabei zuerst die Luft aus dem Brustkorb entweichen, spüre, wie sich die Rippen senken. Anschließend zieht sich der Bauch sanft nach innen, als ob du den Ballon in deinem Bauch wieder entleerst.
Wiederhole den Prozess. Atme langsam und gleichmäßig ein und aus, und achte darauf, dass du in deinen Bauch und Brustraum hinein atmest. Versuche, den Atemfluss entspannt und gleichmäßig zu halten, ohne zu hasten.
Diese Atemtechnik hilft, mehr Sauerstoff aufzunehmen und gleichzeitig das Nervensystem zu beruhigen. Wenn du in Angst- oder Panikzustände verfällst, empfiehlt es sich, diese Atemtechnik bewusst auszuführen und die Angst und Panik durch dich hindurchgehen zu lassen.
Hinweis: Weitere Atemtechniken lernst du in meinem Onlinekurs zur Traumaheilung: siehe Hinweis am Schluss des Blogbeitrags.
Hochziehen der Schultern und innerliche Anspannung
Innerliche Anspannung kennt jeder. Wenn wir uns nicht sicher fühlen oder nicht wissen, was kommt oder wie etwas ausgehen könnte, haben wir die Tendenz, uns innerlich anzuspannen. Diese Anspannung hilft uns, einen gewissen Tonus im Körper aufrechtzuerhalten, der es uns ermöglichen würde, entweder schnell zu flüchten oder in den Angriffsmodus zu wechseln.
Wenn jemand ein Trauma erleidet, entsteht innerlich ein Erstarrungszustand, der es nicht mehr ermöglicht, zu flüchten oder anzugreifen. Normalerweise kann man vom Elternhaus nicht flüchten und seine Eltern auch nicht angreifen. Man nimmt sich also zusammen, was zu einer chronischen inneren Anspannung führt.
Wenn du bei dir feststellst, dass du deine Schultern hochziehst, dich innerlich noch mehr anspannst und handlungsunfähig wirst, führe die bereits geschilderte Atemübung aus.
Hinweis: Wie du dich grundsätzlich von deinem Kindheitstrauma befreien kannst, erkläre ich dir in meinem bereits erwähnten Onlinekurs zum selber durcharbeiten.
Emotionale Taubheit
Gefühle werden unterdrückt oder du fühlst dich "abgeschaltet", um den Schmerz oder die Angst nicht spüren zu müssen.
Achte auf Situationen, in denen du dich emotional taub oder abgeschnitten fühlst. Erforsche, welche Gefühle oder Ängste du nicht spüren möchtest.
Übermäßiges Vermeiden
Du meidest bewusst Situationen, Orte oder Menschen, die an das Trauma erinnern könnten.
Frage dich: Gibt es bestimmte Orte, Menschen oder Situationen, die ich vermeide? Welche Ängste und Emotionen stehen dahinter?
Hinweis: Wie du mit Ängsten und Gefühlen umgehen kannst, lernst du in meinem Onlinekurs "Ganzheitliche Heilung von Trauma".
Überreaktionen bei Kritik
Schon leichte Kritik oder Konflikte lösen starke emotionale Reaktionen wie Wut oder Tränen aus.
Wenn du das bei dir feststellst, arbeite mit deinem inneren verletzten Kind, denn daher rührt meistens deine Überempfindlichkeit gegenüber Kritik.
Hinweis: Wenn du nicht weisst, wie du mit deinem inneren Kind arbeiten kannst, besorg dir meinen Onlinekurs zur Traumaheilung. Dort lernst du es.
Perfektionismus und Kontrollzwang
Der Drang, alles perfekt zu machen oder zu kontrollieren, um Unvorhergesehenes und Unsicherheit zu vermeiden.
Frage dich, was passieren könnte, wenn du den Perfektionismus oder Kontrollzwang loslässt. Welche Ängste oder unangenehmen Emotionen versuche ich zu vermeiden?
Flucht in Ablenkungen
Übermäßiges Fernsehen, Arbeiten, Konsum von Substanzen oder exzessive Social-Media-Nutzung, um unangenehmen Gefühlen auszuweichen.
Um übermässiges (Sucht-)Verhalten zu überwinden, übe dich darin, das Verhalten hinauszuzögern oder zu vermeiden und stattdessen bewusst hineinzufühlen, was hochkommt. Erlaube dir, die Emotionen zu spüren, die du normalerweise verdrängst.
Hinweis: Wenn du von Suchtverhalten betroffen bist, empfehle ich dir meinen speziellen Onlinekurs zur Befreiung von Sucht. Klicke auf den Button, um mehr zu erfahren.
Übermäßige Anpassung
Du gehst auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer ein, selbst wenn sie deinen eigenen Grenzen widersprechen, um Konflikte oder Ablehnung zu vermeiden.
Erkenne deine Angst und das dahinterliegende Bedürfnis. Stehe zu dir selbst, deinen Grenzen und Bedürfnissen.
Flucht in Isolation
Rückzug von sozialen Kontakten, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen.
Vermeidest du jegliche soziale Kontakte, ist dies ein Alarmzeichen. Du solltest dich professionell begleiten lassen. Wenn es nur ab und zu passiert, erforsche die Verletzungen und Ängste dahinter.
Übermäßige Wachsamkeit
Ein übertriebenes Gefühl der Wachsamkeit oder Angst, das ständig auf Gefahren achtet, auch wenn keine akute Bedrohung besteht.
Frage dich:
In welchen Situationen, an welchen Orten und mit welchen Menschen geräte ich in diesen Zustand? Welche Bedrohung könnte eintreten?
Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Was ist das Beste, das geschehen könnte? Was ist das Wahrscheinlichste, das eintreten könnte?
Ganzheitliche Heilung von Trauma - dein Weg in die Freiheit
In diesem Onlinekurs lernst du alles, was dir hilft, dich von den Folgen deines Kindheitstraumas befreien zu können. Es ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dich immer näher zu dir selbst führt und zu dem, was du eigentlich willst. Beachte auch meine weiteren Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung.
Persönliche Begleitung
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